Kirchenbau

Die Kirche hat vier verschieden gestaltete Seiten, die ungefähr in die vier Himmelsrichtungen zeigen.

Die Westseite ist geschlossen, hat nur wenige Öffnungen, die von innen in den Himmel blicken lassen. Dahinter liegt der katholische Gottesdienstraum. Hier findet sich auch, einige Meter von der Kirche entfernt, ein in den Boden eingelassener Stein, auf den am 22. Juli, dem Maria-Magdalena-Fest, um die Mittagszeit ein Sonnenstrahl durch eine kleine Öffnung im Kirchenbau scheint. Der darauf zu lesende Text ist dem „Hymnus victimae paschali“ entnommen, der im Jahre 1050 entstanden ist: Das Grab des Herrn sah ich offen und Christus von Gottes Glanz umflossen. Er lebt, der Herr, meine Hoffnung.

Die Nordseite schließt mit ruhigen Flächen zunächst an der Westseite an. Dann kommen viele Fenster und die Eingangstür. Hier sind die Gruppenräume.

Die Ostseite zeigt ebenfalls Fenster, hinter denen weitere Gruppenräume und die Pfarrbüros sind. Daran schließt sich das große Fenster an, hinter dem der Gottesdienstraum der evangelischen Gemeinde liegt. Ein weiteres Element auf dieser Seite ist das Schaufenster des kirchenLadens.

Die Südseite mit dem großen Eingangsbereich will dazu einladen, das Kirchenzentrum zu betreten. Das Labyrinth, das im Eingangshof auf dem Boden angebracht ist, macht deutlich, dass die Wege des Lebens in den seltensten Fällen so geradlinig sind, wie wir uns das manchmal wünschen, ist aber auch Zeichen für Tod und Auferstehung Jesu Christi.

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Manche stoßen sich an den kahlen und leeren Wänden, die keinerlei Schmuck aufweisen. Der Bau will selbst eine Art Gegenbild zur bunten Architektur des Rieselfeldes sein. Auch innen ist der Bau weitgehend karg gehalten, so dass es in den Gottesdiensträumen nur wenig Ablenkung gibt.

Mit seiner Weite und Helligkeit aufgrund der Lichtbänder ist der Innenraum für viele dennoch überraschend. Er entspricht dem, wie Kirche sich zeigen will: Das Wertvolle ist nicht der äussere Glanz, sondern das, was innen geschieht. Schon die alten Kirche sind vor allem innen geschmückt. Die Kirchenfenster leuchten nach innen. Der Altar steht nicht wie in der Antike vor dem Tempel, sondern innen.

 

Einige technisches Details des Kirchbaus:

Die Außenwände des Kirchenzentrums, mit einer Sonderrezeptur aus Leichtbeton hergestellt, sind bis zu 11 Grad geneigt. Die Sichtbetonfläche beträgt 9200 Quadratmeter, 290 Tonnen Baustahl wurden verwendet. In der Kirche gibt es vier durch Motoren verschiebbare acht Meter hohe Betontore. Die größte Schiebewand hat eine Fläche von 100 Quadratmeter und wiegt 30 Tonnen. Für die Dachkonstruktion wurden 91 Kubikmeter Holz verarbeitet.